B2B-Leadgenerierung, wenn du sie selbst machst

Am 14. März 2024 habe ich angefangen, regelmäßig auf LinkedIn zu posten. Zweimal die Woche, ohne Auslassen. Die erste Anfrage, die wirklich aus einem Beitrag kam, erreichte mich im Juli.
Vier Monate.
In diesen vier Monaten hatte ich trotzdem Termine im Kalender. Die kamen nicht aus den Beiträgen, sie kamen aus Nachrichten, die ich vom ersten Tag an geschrieben habe. Hätte ich nur auf die Inhalte gesetzt, wäre der Sommer 2024 sehr still geworden.
Genau darum geht es in diesem Artikel. Welche Wege es gibt, steht überall. Hier geht es um die Frage, die kein Leitfaden beantwortet: womit fängst du an, wenn du allein bist und gerade nichts läuft.
Inhalt
- TL;DR
- Was B2B-Leadgenerierung für Einzelne bedeutet
- Warum die Methodenliste nicht weiterhilft
- Die Frage, die die Reihenfolge entscheidet
- Der Zeitversatz, den niemand beziffert
- Monat eins bis drei: der Teil, den du selbst in der Hand hast
- Monat vier bis zwölf: der Teil, der ohne dich weiterläuft
- Die ersten vier Wochen, konkret
- Was die Zahlen über zwei Jahre sagen
- Die zwei Zahlen, die ein Einzelner zählen kann
- Drei Dinge, die ich wieder eingestellt habe
- Wenn mehrere mitentscheiden
- Fazit
- Häufige Fragen
- Die Methoden sind nicht das Problem. Sie funktionieren alle. Nur kann eine Person nicht fünf gleichzeitig anfangen
- Der Zeitversatz entscheidet: Inhalte brauchten bei mir vier Monate bis zur ersten Anfrage, direkte Ansprache lieferte Termine ab Tag eins
- Die einzige Frage, die die Reihenfolge klärt: Wann brauchst du den ersten Kunden? Vier Wochen und zwölf Monate sind zwei verschiedene Pläne
- Fünf bis zwanzig Nachrichten hin und her, daraus ein bis drei Termine. Das ist die Größenordnung bei Angeboten unter der 20.000er-Marke
- Zwei Zahlen reichen für den Anfang: Gespräche pro Woche und woher sie kamen
- Drei Dinge habe ich wieder eingestellt, und alle drei stehen in jedem Ratgeber als Empfehlung
Was B2B-Leadgenerierung für Einzelne bedeutet
B2B-Leadgenerierung ist der Weg, aus Unternehmen erreichbare Kontakte zu machen. Wer das allein tut, hat dabei selten ein Methodenproblem.
Die Methoden stehen in jedem Leitfaden, meist als Liste mit fünf oder sieben Einträgen, ordentlich verglichen. Das Problem daran ist nicht die Liste. Es ist, dass sie so tut, als könnte man auswählen. Als säße da jemand mit einem Team und entscheide, welchen Kanal er besetzt.
Wer allein akquiriert, wählt nicht aus. Er kann eine Sache anfangen, vielleicht anderthalb. Und deshalb ist die Frage nie, welche Methode die beste ist. Die Frage ist, welche zuerst.
Warum die Methodenliste nicht weiterhilft
Jede der gängigen Methoden funktioniert, und genau das macht die Liste unbrauchbar für die Entscheidung.
Empfehlungen, Inhalte, Werbung, Veranstaltungen, direkte Ansprache: Für jede davon gibt es Leute, die damit ihr Geschäft aufgestellt haben. Die Liste sagt dir, dass alles geht. Sie sagt dir nicht, was du am Montag tun sollst.
Was in den Listen fehlt, ist die einzige Angabe, die für einen Einzelnen zählt: wie lange es dauert, bis der Weg das erste Mal etwas abwirft. Diese Zahl steht nirgends, weil sie unbequem ist. Bei Inhalten steht dort gern "mittelfristig". Bei mir waren es vier Monate.
Wer die Systematik dahinter sauber aufbereitet braucht, wer im Unternehmen mitentscheidet, wie ein ideales Kundenprofil entsteht und welche Rolle welche Botschaft hören muss, findet das im Leitfaden von conversionkartell. Hier geht es um die Reihenfolge.
Die Frage, die die Reihenfolge entscheidet
Wann brauchst du den ersten Kunden? Diese eine Frage ist wichtiger als jede Vorliebe für eine bestimmte Methode.
Wer in vier Wochen einen Auftrag braucht, hat andere Möglichkeiten als jemand mit zwölf Monaten Vorlauf. Und die meisten, die anfangen, gehören zur ersten Gruppe und arbeiten trotzdem nach dem Plan der zweiten.
Der typische Verlauf sieht so aus: jemand nimmt sich vor, künftig Inhalte zu veröffentlichen, richtet das Profil her, überlegt sich eine Themenplanung, schreibt drei Wochen lang Beiträge und stellt dann fest, dass die Aufträge ausbleiben. Nichts davon war falsch. Es war nur zu langsam für die Lage.
Der Zeitversatz, den niemand beziffert
Die Wege unterscheiden sich weniger im Ergebnis als darin, wann das Ergebnis eintritt.
Bei mir sah das so aus: Am 14. März 2024 ging der erste Beitrag raus, danach zweimal pro Woche. Die erste Anfrage, die wirklich aus einem Beitrag kam, war im Juli. Spürbar mehr wurde es gegen Ende 2024, also nach rund neun Monaten.
Parallel dazu lief von Tag eins die direkte Ansprache über Nachrichten. Daraus kamen Termine, während die Inhalte noch nichts abwarfen.
Das ist der ganze Punkt. Beide Wege waren richtig. Hätte ich sie nacheinander gemacht und mit den Inhalten angefangen, hätte ich vier Monate ohne Gespräche überbrücken müssen.
Monat eins bis drei: der Teil, den du selbst in der Hand hast
In den ersten Wochen zählt nur, was ohne Publikum funktioniert, und das ist die direkte Ansprache an eine Liste, die du selbst zusammenstellst.
Der Unterschied zu allen anderen Wegen: Du entscheidest, wann es anfängt. Bei Inhalten entscheidet das der Algorithmus, bei Empfehlungen deine bisherigen Kunden, bei Werbung dein Budget. Nachrichten kannst du heute Nachmittag schreiben.
Die Größenordnung aus meinen Chats: fünf bis zwanzig Nachrichten hin und her, bis ein Termin steht. Aus dieser Menge an laufenden Gesprächen werden ein bis drei echte Termine. Das gilt für Angebote unterhalb der 20.000er-Marke. Bei größeren Summen dauert es länger, weil dann mehr Menschen mitentscheiden.
Was diese Zahlen bedeuten: Wer drei Gespräche pro Woche will, braucht nicht drei Nachrichten. Er braucht zehn bis fünfzehn laufende Unterhaltungen. Das ist Arbeit, aber es ist planbare Arbeit.
Wie eine solche Liste entsteht, ohne zwei Tage lang Firmen zu googeln, steht in Kundenakquise im B2B. Was im Gespräch selbst passiert, in den Phasen des Verkaufsgesprächs.
Monat vier bis zwölf: der Teil, der ohne dich weiterläuft
Ab dem Punkt, an dem die ersten Kunden da sind, verschiebt sich die Arbeit von der Ansprache dahin, gefunden zu werden, weil nur das weiterläuft, wenn du gerade nicht da bist.
Direkte Ansprache hat eine harte Grenze: Sie skaliert mit deiner Zeit. Doppelt so viele Gespräche heißt doppelt so viele Nachrichten. Inhalte haben diese Grenze nicht, dafür den Anlauf von mehreren Monaten.
Deshalb überlappen sich die beiden Phasen. Die Inhalte starten am selben Tag wie die Ansprache, sie liefern nur später. Wer wartet, bis die Ansprache läuft, und erst dann mit dem Schreiben anfängt, verschiebt den Anlauf um genau diese Zeit nach hinten.
Bei mir ging es von rund 1.600 Followern im März 2024 auf knapp 16.000 im August 2026. Der Verlauf war nicht gleichmäßig: Die ersten Monate passierte wenig, ab Ende 2024 nahm es deutlich zu. Wie ich das aufgesetzt habe, steht in Personal Branding für Experten.
Die ersten vier Wochen, konkret
In den ersten vier Wochen entstehen zwei Dinge parallel: eine Liste, mit der du arbeiten kannst, und die Gewohnheit, regelmäßig etwas zu veröffentlichen.
Woche eins gehört der Zielgruppe. Wer genau, woran erkennst du am öffentlichen Auftritt, dass dein Angebot passt, und wie viele davon gibt es überhaupt. Das klingt nach Vorarbeit, die man überspringen kann, und es ist der Teil, an dem alles danach hängt. Wer hier unscharf bleibt, schreibt später Nachrichten, die für jeden passen und deshalb niemanden erreichen.
Woche zwei ist die Liste. Dreißig Firmen genügen, bei denen du sagen kannst, warum ausgerechnet die. Dreihundert helfen dir nicht. Parallel geht der erste Beitrag raus, und danach zweimal pro Woche, ohne Ausnahme.
Woche drei und vier sind Gespräche. Zehn bis fünfzehn laufende Unterhaltungen, mehr wird unpersönlich. In dieser Phase merkst du, ob dein Anlass funktioniert: Wenn auf zwanzig Nachrichten keine einzige Antwort kommt, liegt es fast nie an der Menge.
Nach vier Wochen weißt du, ob die Ansprache greift. Bei den Inhalten weißt du noch gar nichts, und das ist normal.
Was die Zahlen über zwei Jahre sagen
Über zwei Jahre sieht der Verlauf ruhiger aus, als er sich anfühlt.
Zwei Dinge fallen daran auf. Erstens: Der Zuwachs kam nicht gleichmäßig. Bis Ende 2024 passierte wenig, danach ging es deutlich schneller, ohne dass ich am Takt etwas geändert hätte. Zweitens: Die Follower sind die uninteressanteste der drei Zahlen. Sie sind ein Nebenprodukt, kein Ziel. Interessant ist, dass die Gespräche schon liefen, als die Zahl noch klein war.
Die zwei Zahlen, die ein Einzelner zählen kann
Wer allein arbeitet, braucht keine Kennzahlen-Systematik. Er braucht zwei Zahlen: wie viele Gespräche pro Woche, und woher sie kamen.
Alles andere ist für Teams gemacht, die einen Trichter über mehrere Stufen steuern. Bei einer Person mit fünfzehn laufenden Unterhaltungen ist eine Umrechnung von Stufe zu Stufe Rechnerei ohne Erkenntnis.
Die zwei Zahlen genügen, weil sie die einzige Frage beantworten, die im Alltag zählt: Läuft gerade genug, und wenn nein, welcher Kanal ist eingebrochen. Wer sie wöchentlich notiert, sieht nach zwei Monaten ein Muster. Wer sie nicht notiert, merkt den Einbruch, wenn der Kalender leer ist, und das ist vier Wochen zu spät.
Drei Dinge, die ich wieder eingestellt habe
Alle drei stehen in Ratgebern als Empfehlung. Bei mir haben sie nichts gebracht.
Mich an die besten Posting-Zeiten halten. Zwei Jahre Posten haben bei mir keinen erkennbaren Zusammenhang zwischen Uhrzeit und Ergebnis gezeigt. Was zählt, ist, dass überhaupt regelmäßig etwas kommt. Die Zeit, die man in die Optimierung der Uhrzeit steckt, fehlt beim Schreiben, und dort entscheidet es sich.
Nur Angenehmes schreiben. Lange habe ich Beiträge veröffentlicht, denen niemand widersprechen konnte. Die Reaktionen waren freundlich und folgenlos. Seit ich auch Position beziehe und Dinge benenne, die anecken, kommen mehr Gespräche zustande. Reibung ist kein Selbstzweck. Sie macht nur erkennbar, wofür jemand steht, und Menschen brauchen das manchmal.
Social Selling bis zum Anschlag. Jeden Beitrag kommentieren, überall dabei sein, jeden Kontakt warmhalten. Das kostet Stunden am Tag und ist am Ende Beschäftigung. Ein paar echte Unterhaltungen pro Woche haben bei mir mehr gebracht als fünfzig Kommentare unter fremden Beiträgen.
Wenn mehrere mitentscheiden
Sobald dein Angebot größer wird, entscheidet nicht mehr dein Gesprächspartner allein, und ab dort gilt eine andere Systematik.
Das merkt man daran, dass ein gutes Gespräch drei Wochen später zu einer Absage führt, die inhaltlich nichts mit dem Gespräch zu tun hat. Abgesagt hat dann nicht die Person, mit der du gesprochen hast. Es war der Teil des Unternehmens, der nicht im Raum saß.
Ab dieser Größenordnung ändert sich die Arbeit: Es geht weniger darum, mehr Gespräche zu führen, und mehr darum, deinem Gesprächspartner die Argumente mitzugeben, mit denen er intern besteht. Wie das aussieht, wer typischerweise mitredet und welche Rolle welche Botschaft hören muss, ist im Leitfaden von conversionkartell ausführlich beschrieben.
Für die meisten, die allein anfangen, ist das eine Frage für später. Erst kommen die Gespräche, dann die Struktur.
Fazit
Die Methoden funktionieren alle. Eine Person kann nur nicht fünf davon gleichzeitig anfangen. Was die Reihenfolge klärt, ist eine einzige Frage: Wann brauchst du den ersten Kunden? Vier Wochen und zwölf Monate ergeben zwei verschiedene Pläne, weil Inhalte bei mir vier Monate bis zur ersten Anfrage brauchten und die direkte Ansprache ab Tag eins Termine lieferte. Für den Anfang reichen zwei Zahlen: Gespräche pro Woche und woher sie kamen.
Häufige Fragen
Kann ich nicht beides gleichzeitig anfangen? Ja, und genau das ist die Empfehlung. Beides starten, aber nur von einem etwas erwarten. Die Inhalte laufen mit, die Ansprache liefert.
Wie viele Nachrichten pro Tag sind realistisch? Weniger, als die meisten denken. Es geht nicht um Menge, es geht um laufende Unterhaltungen. Zehn bis fünfzehn gleichzeitig sind gut zu handhaben, mehr wird unpersönlich.
Was, wenn ich niemanden kenne? Dann fängst du bei denen an, die dich noch nicht kennen. Das ist unbequemer und funktioniert trotzdem, solange du einen Grund hast, warum du ausgerechnet diese Firma anschreibst.
Wann sollte ich Werbung dazunehmen? Wenn die Gespräche funktionieren und du weißt, was ein Gespräch dir wert ist. Vorher kaufst du Aufmerksamkeit für ein Angebot, von dem du noch nicht weißt, ob es zieht.
Wie lange gebe ich einem Kanal Zeit? Bei Inhalten mindestens ein halbes Jahr bei gleichbleibendem Takt. Bei direkter Ansprache reichen vier Wochen, um zu sehen, ob Antworten kommen. Wer bei den Inhalten nach acht Wochen aufhört, hat den Anlauf bezahlt und die Ernte verschenkt.
Was mache ich, wenn niemand antwortet? Zuerst den Anlass prüfen, nicht die Menge erhöhen. Wenn auf zwanzig Nachrichten keine Antwort kommt, liegt es fast nie an der Zahl. Es liegt daran, dass nicht erkennbar ist, warum genau diese Person angeschrieben wurde.
Wenn du wissen willst, welcher Weg bei dir zuerst dran ist: Erzähl mir, wie deine Kunden heute zu dir kommen und wie schnell der nächste da sein muss. Das Schlimmste, was passiert: du weißt danach, ob du an der Reihenfolge oder an der Umsetzung hängst. Erstgespräch anfragen
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Erzähl mir kurz, woran es hakt. Im Erstgespräch sortieren wir das gemeinsam, und du nimmst auf jeden Fall zwei, drei Impulse mit.
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